Jetzt ist es also heraus, mein neues Buch! Um welche Science-Fiction geht es in diesem Buch? Hugo Gernsback hat den Begriff „scientifiction“ erstmals verwendet und verstand darunter, ausgehend vom jeweils aktuellen Stand der Wissenschaft und Gesellschaft realistische und plausible Spekulationen über die zukünftige Entwicklung anzustellen. Doch auch dieser „Vater der Science-Fiction“ musste bald feststellen, dass die Leser mindestens genauso, wenn nicht noch mehr an spannenden Abenteuergeschichten, an Wildwest im Weltraum interessiert waren.

In den letzten Jahrzehnten, in denen zunehmend Filmepen und Fernsehserien sowie Computerspiele unser Bild der Fantastik geprägt haben, wird auch unschärfer, was vom Publikum als Science-Fiction gesehen wird. Autoren und Produzenten bedienen sich bei Geschichten, die in der Zukunft spielen ungeniert in den Genres Horror und Fantasy, ja sogar bei Märchen und Mythen. Die modernen Ritter der Tafelrunde kämpfen mit Laserschwertern und Raumschiffen, Zaubereien werden mit PSI- Kräften durchgeführt, die Herrscher der Galaxis ähneln antiken Imperatoren und in apokalyptischen Endzeitszenarios wimmelt es von Zombies. So wird in diesem Buch ein weiter Begriff von Science-Fiction verwandt, der sich eher an die Wahrnehmung des Publikums hält als an die engen Definitionen der Literaturwissenschaft.

Das Buch ist weder chronologisch noch literaturgeschichtlich, sondern thematisch geordnet, wobei sich Überschneidungen nicht ganz vermeiden lassen. Die technischen Utopien stehen am Anfang, gefolgt von Utopien und Dystopien über die gesellschaftliche Entwicklung. Geschichten über Gegenwelten und Parallelwelten bilden einen weiteren Schwerpunkt, dann folgt der Vorstoß in das äußere Universum in all seinen Facetten. Dann als vorletzter Block, in dem sich die gesamte SF-Entwicklung wiederspiegelt, das deutsche Phänomen Perry Rhodan mit seinen inzwischen fast 5000 Romanen in Büchern und Heften. Schließlich die inzwischen globalisierten und multimedialen Universen und Zyklen wie „Foundation“, „Dune“, „Star Trek“ und „Star Wars“.

All das auf immerhin 356 Seiten zu Papier zu bringen, erwies sich als kaum zu bewältigendes Mammutunternehmen. Es ist der Versuch, einen knappen pointiert geschriebenen Überblick über die Themen und Welten der Science-Fiction zu geben, sie in Zeitgeist und Zeitgeschehen einzuordnen und zum Weiterlesen anzuregen. Das Buch wendet sich vor allem an gelegentliche bis begeisterte Science-Fiction-Konsumenten. Gerade Fans werden vielleicht ihren Lieblingsroman oder Lieblingsfilm zu wenig gewichtet oder gar nicht finden. Ich hoffe, dass Sie das Buch trotzdem lesenswert finden und weiterempfehlen.

Ich habe hier einer alten Liebe gefrönt. Im Alter von neun Jahren mit Arthur C. Clarks „Die sieben Sonnen“ angefixt, ein Jahr später breitete sich mit Isaacs „Foundation“-Zyklus und den allerersten „Perry Rhodan“-Romanen der Science-Fiction-Virus aus. las. Seither hat mich das Genre immer mehr oder weniger begleitet und mit meinem Buch schließt sich so ein langer Kreis.

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